Berge, Klettern, Wandern, Klettersteig, Umweltschutz


Hessische Schweiz
Blick vom Andreasstein auf die Werra

Klettern im Werratal:

Kletterkonzeption Werra-Meißner-Kreis ist unterzeichnet

Die beliebtesten der im hessischen Werra-Meißner-Kreis gelegenen Kalkstein-Kletterfelsen liegen (bis auf den Andreasstein) in FFH-Gebieten. Das Regierungspräsidium Kassel hat in Zusammenarbeit mit Hessenforst, der DAV Sektion Kassel, Naturschützern, dem Werra-Meißner-Kreis und dem DAV Göttingen Kletterregelungen erarbeitet, deren Ziel ein Ausgleich zwischen den Interessen der Naherholung und des Naturschutzes ist. Ähnlich wie im Landkreis Göttingen - hier wurden im FFH-Gebiet 138 bei Ebergötzen kürzlich Regelungen in Kraft gesetzt - sind einige Felsen zum Klettern freigegeben und andere gesperrt. Der große Unterschied ist, dass die Kletterverbände in Nordhessen stärker in die Erarbeitung einer zielführenden Lösung eingebunden werden und das gesamte Verfahren transparenter durchgeführt wird. 

Kernstück der am 14.Dezember 2018 unterzeichneten Klettervereinbarung ist ein Monitoring der zu schützenden Pflanzenpopulation sowohl an bekletterten als auch an nicht bekletterten Felsen, dessen Ergebnisse den Einfluss des Klettersports auf die FFH-Schutzziele letztlich objektiver erfassbar machen soll. Denn zu diesem Einfluss sind weltweit kaum Daten aus Untersuchungen verfügbar. Jede Kletterregelung ohne ein solches Monitoring wird damit - aus der Not -  zur Spekulation. Der Landkreis Göttingen hatte in der Klettervereinbarung zu den lokalen Sandsteinfelsen seinerzeit auch so ein Monitoring (an der Knubbelwand) festgeschrieben, dies aber nie durchgeführt. Das Ergebnis sind rigorose Sperrungen im Reinhäuser Wald auf der Grundlage eines Gutachtens, das keine Zahlen oder Fakten zum Einfluss des Klettersports auf die Schutzziele beibringen konnte.

Das Regierungspräsisidium Kassel betritt mit dem nun begonnenen Verfahren einen Weg, der überregional Interesse finden wird. Maßgeblich beteiligt am Design des Verfahrens ist das vom DAV Landesverband Hessen ins Spiel gebrachte Umweltplanungbüro Weibel & Ness, unter deren Regie schon mehrere Kletterregelungen in Deutschland geschaffen wurden. Das für das Werratal vereinbarte Monitoringverfahren strebt eine möglichst starke Objektivierbarkeit des Einflussfaktors Klettersport an, indem Beobachtungszonen an bekletterten und an nicht bekletterten Felsen magnetisch markiert wurden, die Population an diesen Zonen in regelmäßigen Abständen fotografisch dokumentiert wird und diese Dokumentation schließlich Gutachtern vorgelegt werden kann. Über 5 Jahre soll dieses Verfahren nun laufen, was seitens der Unteren Naturschutzbehörde als zu kurz kritisiert wurde.

Die Konsequenzen, die nach 5 Jahren aus diesem Monitoring möglicherweise erwachsen, sollen auf diese Weise von Vorwürfen einer gefälligen Auslegung der Untersuchung - von welcher Seite auch immer - befreit werden. Denn die Dokumentation kann nachher ohne großen Aufwand u.U. auch einem weiteren Gutachter vorgelegt werden. Als Konsequenz sind verschiede Szenarien denkbar. So könnten die jetzt zu Klettern offen gehaltenen Felsen nach Ablauf der 5 Jahre ebenfalls gesperrt werden oder es kann auch zu einer weiteren Öffnung gegenüber dem Klettersport kommen.

Die Kosten des Verfahrens werden in etwa hälftig unter Regierungspräsidium und DAV Landesverband Hessen aufgeteilt. Die DAV Sektionen Göttingen und Kassel haben ihre Unterstützung bei der Umsetzung der zukünftigen Besucherregelung zugesagt. Die ersten größeren Aktionen sind für das Frühjahr 2019 geplant. Wer an einer Mitarbeit interessiert ist, wende sich bitte an den AKN der Sektion Göttingen.

Die Region rund um das Werratal wird in der Literatur auch als die "Hessische Schweiz" bezeichnet und ist bekannt durch ihren sehr griffigen und strukturreichen Kalksteinfels, der auch in den unteren Schwierigkeitsgraden viel Routenauswahl bietet. Die für Kletterer im Moment wesentlichen Ergebnisse - die lokal leicht eingeschränkte Freigabe von Behälterskopf und großem Habichtstein - sind bereits in das Felsinformationssystem des DAV eingepflegt. Der Volltext (12MB) ist im öffentlichen Teil der AKN-Cloud abrufbar. Der Name "Kletterkonzeption" des Dokumentes kann zu Verwechselungen führen mit der älteren vom DAV erstellten (und wesentlich umfangreicherern) Kletterkonzeption Hessen, deshalb nennen wir das Dokument "Klettervereinbarung-Werratal-2018.pdf".

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Mittwoch, 16. Januar 2019 17:04