Berge, Klettern, Wandern, Klettersteig, Umweltschutz



Die ausgesetzten Gratpassagen der Hydra sind oft nicht versichert

Reisebericht:

Via Alta Idra

Häufig ist es so, dass die atemberaubenden Momente einer Bergtour einen erheblichen persönlichen Einsatz erfordern. Nicht zuletzt deswegen gehen uns Bergfreundinnen und Bergfreunden die Highlights anspruchsvoller Touren so nahe, bleiben so lange in Erinnerung und verbreiten ihren Zauber noch weit in die meist vom Arbeitsalltag vereinnahmte Zeit nach dem Urlaub hinaus aus. Nicht, dass Ausspannen und Relaxen nicht auch seinen Sinn und Charme hätte - was mich nachhaltig berührt sind die Erfahrungen, die meinen ganzen Einsatz erfordert haben.
Die Via Alta della Verzasca als Teil der Via Idra im Tessin (Schweiz) ist eine schwierige Gratwandertour, die hier keine Ausnahme macht ... 

Die Gesamtstrecke der Via Idra zieht sich wie ein Drachenrücken (daher der Name) über 12 Tagesetappen von Locarno am Lago Maggiore nach Norden bis ans Ende des Bedrettotals, das westlich am Südausgang des St.Gotthard-Tunnels anschließt. Beide Enden der Tour, sowie zahlreiche Zwischenstationen sind gut mit dem Postbus von Bellinzona aus zu erreichen.



Capanna Borgna (1912)

Die Stützpunkte der Tour sind meist Selbstversorgerhütten, die oft mit viel Liebe und technischen Geschick aus wunderschönen alten Naturstein-Scheunen aufgebaut wurden. Getränke gibt es dort zu kaufen, teils auch Nudeln und Kaffee, die man in den gut ausgestatteten und i.d.R sehr sauberen und einladenden Küchen selber zubereiten kann. Die Preise bewegen sich zwischen 15 und 20 CHF für eine Übernachtung, manchmal gibt es auch Halbpension, dann ist man mit einem mehrgängigen Abendmenü mit 55 bis 60 CHF dabei. Den Hüttenschlafsack muss man natürlich mitbringen. Die Reservierung kann meistens online oder per eMail durchgeführt werden. Bei Verhinderung versteht sich ein Anruf mit Absage von selbst, zumindest wenn es auf der Hütte ein Telefon gibt.

Was einen sonst auf dieser Tour erwartet ist höchst abwechselungsreich: kurze Klettereien bis in den 2. Grad, liebliche Wanderungen auf Wegen durch Wälder und über verträumte Almen, Balancieren auf abfallenden Granitplatten, zahlreiche Bachquerungen und Wasserfälle und z.T. sehr ausgesetzte Gratwege, die immer wieder zwischen den Flanken und der Gratschneide oszillieren. Der Weg ist durchgehend sehr gut markiert und an Kreuzungen mit Wegweisern ausgestattet. Schon das Höhenprofil zeigt, dass zwischen Bergpfaden (rot) als Zubringern und der hochalpinen Route (blau) an sich unterschieden wird, was sich auch in der Markierung wiederfindet.



Die blauen Passagen sind nichts für Leute mit Höhenangst

Die blauen hochalpinen Passagen sind zum Teil versichert und manchmal auch mit Bohrhaken zum Sichern mit Seil ausgestattet. Man kann also ein kurzes Stück Seil mitnehmen, hat dann natürlich entsprechend mehr Gewicht im Rucksack. Unbedingt notwendig scheint es mir nicht zu sein, wenn man sich sicher an Hangkanten bewegen kann. Letztlich bedeutet Geschwindigkeit auch Sicherheit und die Geschwindigkeit sinkt beträchtlich, wenn man häufig sichern muss. An Bedeutung gewinnt das Seil aber bei Nässe, so dass die Entscheidung vielleicht mit dem Wetterbericht fällt.

Das Höhenprofil zeigt auch, dass man zügig unterwegs sein sollte. Manche Etappen sind mit 8 Stunden Gehzeit angegeben und damit ist keine Trödelei gemeint. Wer ab und zu stehenbleiben und die Umgebung genießen möchte - und wer will das nicht? - sollte ansonsten schnell vorankommen und nach 1000 Höhenmetern möglichst nicht schon am Ende der Kräfte sein.

Der südliche Teil der Via Idra nennt sich auch Via alta della Verzasca und endet bei Sonogno im Verzascatal, von wo aus der Bus alle 2 Stunden nach Locarno und schließlich auch nach Bellinzona zum Fernbahnhof fährt. Eine weitere interessante hochalpine Wandertour des Tessin ist auch von Locarno aus erschlossen: die Via alta della Maggia. 

Für Freunde des Bergsteigens haben wir übrigens mit "Ticino Wild-Climbs" ein Buch über cleane Klettertouren in der Gegend in unserer Geschäftsstellenbibliothek. Wer also Lust hat, die Via Alta mit einem Klettergipfel zum kombinieren, kann sich da gute Ideen und Topos holen.  (IS)

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Martin Öhm

Hallo Hochtourer, ich bin auf der Suche nach Gipfelstürmern mit hochalpiner Erfahrung um gemeinsam die Berge der Alpen zu erkl...

Samstag, 18. August 2018 18:53
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