Berge, Klettern, Wandern, Klettersteig, Umweltschutz

AKN:

Neuer Kletterführer für den Göttinger Sandstein

Die Hauwand bleibt im Titelbild

Peter Brunnert, Arne Grage und Stephen Grage haben ihren neuen Kletterführer für den Göttinger Wald nebst Scharfenstein, Solling und Werratal heraus gebracht. Das neue Buch hat mit 300 Seiten etwa 100 Seiten mehr als sein Vorgänger von 2015. Neben der Erweiterung auf Solling und Scharfenstein (Kassel) ist vor allem die umfangreiche Erschließungstätigkeit im Göttinger Sandstein für die Zunahme verantwortlich. Denn gleichzeitig sind seit 2015 auch viele ehemals dokumentierte Routen aus Naturschutz- und Kulturdenkmalschutzgründen weggefallen. Da sind natürlich einige sehr beklagenswerte Schätzchen dabei gewesen, aber allein von der Routenanzahl her gesehen konnten die Verluste kompensiert werden. Dabei hat sich nicht nur in den Parade-Schwierigkeitsgraden 6 bis 8 viel getan, auch im Einsteigerbereich ist der GöWald etwas freundlicher geworden: die Anzahl der zugänglichen Sportkletterrouten im UIAA-Grad 3 bis 5 hat sich verdreifacht.

Das Buch ist ein Must-Have für Göttinger Felskletterer. Wir werden es auch in der Bibliothek unserer Geschäftsstelle zum Verleih anbieten. Gleichzeitig ist die Entwicklung mit der Neuerscheinung natürlich nicht abgebrochen. Wir werden also weiterhin unsere - für die 2015er Ausgabe inzwischen unverzichtbare - Errata-Seite mit Ergänzeungen zum Kletterführer weiter führen und sind für Hinweise dazu dankbar.  

GöWald wird erwachsen

Neutouren (jährl.) seit 1980

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Erschließung von neuen Routen im Göttinger Sandstein. Die stetige Vergrößerung des Klettergebietes seit den 80er Jahren wird 2021 durch die Ankündigung einer Neuauflage des Kletterführers "Göttinger Wald" noch beflügelt. Der Zuwachs der 2020er ist atemberaubend. Teil des Schubs an neuen Kletterrouten ist sicherlich auch die Initiative des DAV Göttingen im Helletal. Dort hatte der Landkreis Göttingen 2018 eine (räumlich und teils zeitlich beschränkte) Klettergenehmigung erteilt. Der DAV hat darauf hin mit Unterstützung des DAV Landesverbandes und mit einer Förderung des Niedersächsichen Lotto-Sport-Stiftung die immensen Totholzprobleme der Felsen dort in den Griff bekommen. Auch ehrenamtliche Helfer*innen des AKN haben neben den eigentlichen Erschließungen am Fels einige Bereiche gegen Totholzgefahren abgesichert.  

Der 2022 erschienene neue Kletterführer ist die zweite im Buchhandel erhältliche Version zum Klettern im GöWald. Die erste Auflage von 2015 ist inhaltlich insofern veraltet, als dass sich neben fehlenden Informationen auch bei den "alten" Routen vieles verändert hat. Ab 2017 sind beispielsweise die Landschaftsschutzgebietsverordnungen zu den FFH-Gebieten des LK Göttingen verabschiedet worden. Darin sind einige im 2015er KF als "erlaubt" gekennzeichnete Wände mit Kletterverbot belegt worden. Der Gebrauch der Kletterführer empfiehlt sich daher immer in Kombination mit aktuellen Infos aus dem DAV-Felsinfo und/oder der Errata-Seite der DAV Sektion Göttingen.

Historischer Kletterführer

Schon lange vor 2015 gab es Kletterführer als Loseblattsammlungen von Topos einzelner Felsen und Felsgruppen. Die weniger imposanten Felsen darunter (wenn man diese Unterscheidung im GöWald treffen kann) waren darin i.d.R. nicht verzeichnet. Eine Sonderstellung unter den "Frühwerken" bilden die Kletterführer von Achim Sievert (1987) und Anselm Köhler (2000) sowie der Boulderführer von Götz Wiechmann und dessen Niedersächsische Kletterkonzeption von 1999. Das Titelblatt von Achim Sievert zeigt die auch heute noch charakteristische Route "Physikum" (6+) an der Hauwand.

Die IG Klettern Niedersachsen schreibt auf ihrer Homepage zur Geschichte des GöWalds übrigens: "Erst gegen Ende der 70er Jahre wurde das klettersportliche Potenzial des Göttinger Waldes richtig erkannt." . Ob die neue Grafik von Peter Brunnert dies erhärtet, lassen wir hier mal offen. Klar ist: der GöWald wird ein Klettergebiet, das seinen Platz auf der Landkarte der deutschen Klettergebiete etabliert hat.

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Rainer Hartmann

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Sonntag, 04. Dezember 2022 18:07

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