Klettern im GöWald

Die Türme

Südniedersachsen ist nicht Utah und nicht die sächsische Schweiz. Und so manchen Outdoor-Freunden ist dieses Thema auch eindeutig zu dreckig. Aber es ist so: es gibt hier Sandsteintürme, denn letztlich ist das natürlich auch eine Frage der Definition. Während die notwendige Schartenhöhe in Sachsen 10m beträgt, so reichen bei uns schon 3m und eine gewisse Kletterschwierigkeit (UIAA 3) zur Definition eines Gipfels. Schön sind sie allemal und damit für Kletterer wie für Wanderer interessant.
Wen das Thema interessiert, der/dem eröffnet sich hier ein Mikrokosmos:

Die Regeln

Je nach Auslegung der Definition sind uns ca. 40 bis 50 Sandsteintürme in Südniedersachsen und Westthüringen bekannt. Die meisten davon wären nach sächsischen Regeln keine. Viele weisen aber Merkmale auf, die man so ähnlich beim SBB wiederfindet. So haben viele zum Beispiel Gipfelbücher und einen Abseilhaken und oft auch einen recht einfachen "Weg" zum Gipfel.

  • Keine Bohrhaken!
    Türme werden nicht eingebohrt. Klettereien erfolgen frei oder mit mobilen Sicherungsmitteln.

  • Erhaltet den Fels!
    Nicht bei Feuchtigkeit klettern. Keile & Co. nur in starken Strukturen verwenden. Dünnwandige Tropfloch-Oberflächen nicht belasten. Schneidet den Fels nicht mit Seil ein, also Abseilen und bitte nicht über die Kante topropen.

  • Vermeidet Begehungsspuren!
    Chalk entfernen und natürlich auch nichts anderes hinterlassen. Und auf keinen Fall Stufen oder Griffe schlagen, auch wenn das in der Geschichte mal passiert ist (so ein Sandstein ist nämlich verdammt alt).

  • Gipfelbuch erhalten!
    Nach Gebrauch wieder sorgfältig und sturmsicher verpacken. Volle, fehlende oder beschädigte Gipfelbücher bitte Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

  • Kletter- und Boulderverbote beachten!
    Türme im FFH-Gebiet 110 (Reinhäuser Wald) sind großenteils tabu. Auf felsinfo.alpenverein.de findet man die Regelungen.

 

Die Infos

Was gibt es dort schon für Routen? Wann ist die erste Begehung dokumentiert? Wie schwer ist der Normalweg? Gibt es einen Abseilhaken?

Diese Infos findet man häufig im Gipfelbuch. Hier könnt ihr zudem eure Eindrücke hinterlassen. Bitte tut das namentlich und mit Datum, tragt den Vorsteiger zuerst ein und fasst euch kurz. Vorne findet man meistens eine Zeichnung mit Draufsicht, erstbegangenen Routen und Orientierung. Auch der Name des Turms ist eine wichtige Information, denn manchmal ist es nicht unbedingt klar, ob man dort ist, wo man eigentlich hin wollte ...

Das Gipfelbuch ist i.d.R. sehr klein und in einem Schraubglas regensicher verpackt. Bitte tragt zum Erhalt bei und geht sehr sorgsam mit dem empfindlichen Papier um.

 

Kurzportraits von 2015

Die Lage

Die meisten niedersächsischen Türme befinden sich auf der östlichen Leineschulter und die in Thüringen beidseits der Leine bis Uder.

Ostriss am KleeblattEinige Türme sind im Kletterführer "Göttinger Wald" von 2015 beschrieben. Aber Vorsicht: hier stimmen die Erlaubnisinformationen oft nicht! Weitere Lagebeschreibungen und Koordinaten von offenen (bekletterbaren) Türmen finden sich im DAV Felsinfo sowie in den zu den Verordnungen der FFH-Gebiete gehörigen Karten. Die Kletterkonzeption des DAV für Niedersachsen von 1999 beinhaltet auch viele Lageinformationen und ist in der Geschäftsstelle einsehbar.

Bitte Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! falsche Eintragungen. Und auf Neuentdeckungen sind wir natürlich immer neugierig!