Blick von der Jakobikirche


Amtliche Sperrung

Lokalpolitische Situation

Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium stellte im Januar 2016 in einem Brief an die Landkreise klar, dass Eigentümer von Felsen das Klettern nicht einfach ohne Not verbieten dürfen. Vielmehr bedarf dazu einer plausiblen Begründung, die im Regelfall wohl nicht vorgelegt werden kann. Damit darf jetzt im Prinzip überall geklettert werden, wo es nicht hoheitlich anders geregelt ist. Das bestehende LSG Leinebergland schränkt dabei allerdings die Verwendung von Haken ein.

 



Selten: Wegweiser zum Fels

Komplexe Rechtslage

Felsklettern im GöWald - aber wo?

Zur Zeit ist (Fels-)Klettern schwierig. Zwar darf man zu Coroana-Zeiten zu zweit Sport treiben, aber vor allem an den Hotspots führt der normale Kletterbetrieb zu Ansammlungen, die gewiss nicht im Sinne des laufenden (Teil-)Shutdowns sind. Dies soll aber gar kein weiterer Corona-Artikel werden, sondern ich will diese Saure-Gurken-Zeit nur dazu nutzen, die Rechtslage des Felskletterns im Raum Göttingen einmal zu erklären. Oder sagen wir: den Versuch dazu zu machen. Denn die Lage ist seit Jahrzehnten für Kletterer unübersichtlich bis kompliziert und dabei dynamisch. Hinzu kommt, dass die Regelungen seit Abschaffung der Regierungsbezirke in Niedersachsen sehr kleinräumig, uneinheitlich, bisweilen lebensfremd formuliert und oft widersprüchlich sind. Die große Anzahl attraktiver Sandsteinfelsen in der Region tut ihr Übriges zu einer schier undurchschaubaren Rechtslage.       *Arbeitskreis Klettern und Naturschutz GöWald



Hessische Schweiz
Blick vom Andreasstein

Naturschutz:

Monitoring-Bericht Werratal liegt vor

Die beliebtesten der im hessischen Werra-Meißner-Kreis gelegenen Kalkstein-Kletterfelsen liegen (bis auf den Andreasstein) in FFH-Gebieten. Das Regierungspräsidium Kassel hat in Zusammenarbeit mit Hessenforst, der DAV Sektion Kassel, Naturschützern, dem Werra-Meißner-Kreis und dem DAV Göttingen Kletterregelungen erarbeitet, deren Ziel ein Ausgleich zwischen den Interessen der Naherholung und des Naturschutzes ist. Die Regelungen wurden 2018 gültig und beinhalten ein jährliches naturschutzfachliches Monitoring. Der erste Monitoring-Bericht liegt nun vor. 

 

 



GöWald: Oberfläche am Naturstein

Klettergebiet:

GöWald - was soll das sein?

Das unter norddeutschen Felskletterern als "GöWald" bezeichnete Sandstein-Klettergebiet hat wenig mit dem "Göttinger Wald" zu tun, der als Stadtwald im Territorium der Universitätsstadt bekannt ist. Der GöWald umfasst ein weitaus größeres Gebiet, das an keinerlei Verwaltungsgrenzen Halt macht und sich im Wesentlichen auf der rechten Schulter entlang des Leinetals zieht. Die geschätzt etwa 3000 Sandsteinfelsen sind das vereinende Merkmal des GöWalds zwischen Uder in Thüringen und Northeim in Niedersachsen. Die sehr alten Sedimentformationen sind sehr unterschiedlich fest und enthalten einige interessante Alleinstellungsmerkmale, zum Beispiel eine der größten Ansammlungen steinzeitlicher Felsdächer (Abri) Europas.

Die Sicht der Felskletterer auf den GöWald könnte umstrittener kaum sein. Er wird verachtet und geliebt, gemieden und gepflegt. Wie immer man zum Sandstein steht, der GöWald ist ein ernstzunehmendes und von vielen unterschätztes Klettergebiet. Lest hier warum ...