Blick von der Jakobikirche

Hochtourengruppe

Ausbildungshochtour ins Wallis (Val d´Anniviers u. Turtmanntal) 2020

Etwa 8 Stunden Fahrtzeit dauert die Reise bis ins Rhonetal im schweizerischen Wallis/Valais. Von dort aus zweigen etliche tiefeingeschnittene schmale Täler ab zu den bekannten 4.000er Gipfeln wie dem Matterhorn, Weißhorn und der Monte-Rosa-Gruppe, zu der die „Spaghettitour“ uns 2018 führte.

Unser Ziel ist das bei uns weniger bekannnte Val d’Anniviers mit dem Ort Zinal und das benachbarte Turtmanntal, genau an der Sprachgrenze zwischen der französischsprachigen und deutschsprachigen Schweiz. Die ersten beiden Übernachtungen im Tal waren in der Auberge Alpina, einer netten kleinen Pension am Ortsende von Zinal auf etwa 1670 m Höhe, gebucht, die übrigens kulinarisch sehr zu empfehlen ist. Von dort aus unternehmen wir am folgenden Tag bei herrlichen Bergwetter und angenehmen Temperaturen unsere erste Akklimatisationstour auf den knapp 2.600 m hohen Roc de la Vache (Kuhfelsen).

Wir, das sind Doro, Frauke, Marcel, Werner und die Übungsleiter Volker und Michael. Geübt werden soll das Begehen von Gletschern mit der dazugehörigen Ausrüstung wie Pickel und Steigeisen und Gehen am Seil, später auch das Setzen von Sicherungen (Eisschrauben) und Spaltenbergung. Dafür wechseln wir ins benachbarte Turtmanntal auf die gemütliche Turtmannhütte (2.526 m ü. NN). Bedingt durch den Klimawandel haben sich die Gletscher in den vergangenen Jahren zunehmend zurückgezogen, sind abgeschmolzen, so dass die Wege von den Hütten zum Gletscher oft lang sind – bis zu 2 Stunden und länger. Geeignete Gletscherspalten, um die Spaltenbergung gefahrlos zu üben, sind ebenfalls nicht leicht zu finden.

Von der Turtmannhütte erfolgt der Zustieg zum Gletscher und den umliegenden Gipfeln über das Gässi, eine steile Karschwelle, die zur Überschreitung ähnlich abgesichert ist wie ein Klettersteig. Dann folgt ein Marsch über Geröll und Moränenreste, bis man die Gletscherzunge erreicht.

Dort heißt es: Gurt und Helm anziehen, Steigeisen unter die Stiefel, - was mit geliehenen Eisen nicht immer gut funktioniert -, und anseilen. Dann erste z. T. noch unsichere Schritte auf dem Eis, halten die Steigeisen auch wirklich?

Nach und nach spielen sich das Gehen am Seil und der Einsatz des Pickels ein, stetig geht es den Gletscher aufwärts. Dann wird das Setzen von Eisschrauben zur späteren Absicherung im steilen Eis geübt, die unterschiedlichen Modelle von Eisschrauben lassen sich mehr oder weniger gut ins Eis drehen; auch versuchen wir uns an sogenannten Abalakov-Sanduhren im Eis, die in der Not einen Rückzug ohne Materialverlust ermöglichen, ebenso wie auch eine Eisbirne, die als Abseilpunkt ins Eis gehackt wird, aber nicht so verlässlich erscheint wie eine Sanduhr. Die Probe aufs Exempel zeigt, die Sanduhr im Eis hält trotz massiver Belastung durch einen Mannschaftszug am Seil, die Frage ist nur wie lange?

Aufgrund der Schlechtwetterprognose – es ist eine Kaltfront im Anmarsch – beschließen wir für den Folgetag, das 3.833 m hohe Brunegghorn zu besteigen und die Übungen zur Spaltenbergung um einen Tag zu verschieben.

Das Brunegghorn ist eigentlich kein schwer zu ersteigender Gipfel – wenn bis obenhin Schnee liegt. Dem war aber wohl schon seit einigen Jahren im Sommer nicht so. Auf Empfehlung des Hüttenwirts sollte das Frühstück nicht erst um 6, wie wir geplant hatten, sondern um 4 Uhr in der Früh eingenommen werden, ein deutlicher Hinweis für eine lange Tour, aber auch im Hinblick auf den für Mittag prognostizierten starken Höhenwind.

Nach dem Frühstück folgt der uns bekannte Zustieg über die Karschwelle, das Geröll und den Gletscher. Nach 4 km Gletscherhatsch erreichen wir den Wandfuß des Brunegghorns und treffen dort auf erste Blankeisstellen, die wir zu umgehen versuchen. In der  zunehmend steiler  werdenden Gipfelflanke setzen wir Eisschrauben zur Sicherung ein, im oberen Teil  geht es dann auf abschüssigen Felsplatten weiter bis zum Gipfel, den wir nach etwa 6 Stunden Gehzeit erreichen, mit Schnee bis zum Gipfel wäre es sicher 1-2 Stunden schneller gewesen.

Am Gipfel gibt es dann eine grandiose Aussicht auf den Dom, den Alphubel, Monte Rosa und das Matterhorn nebst Weißhorn, um nur einige wenige der umliegenden 4.000er Gipfel zu nennen. Nach einer nicht allzu ausgiebigen Gipfelrast, inzwischen war ein kalten böiger Wind aufgekommen, geht es wieder an den Abstieg, der sich aufgrund der erforderlichen Absicherung im Eis etwas langwierig gestaltet. Auf dem Gletscher lässt es sich dann wieder etwas zügiger unter Umgehung einiger Spalten gen Hütte marschieren, die wir etwas erschöpft vom langen Tag, aber zufrieden erreichen.

Die Übungen zur Spaltenbergung beginnen nach dem üblich langen Anmarsch bis zum Gletscher auf demselben, sobald eine geeignete Spalte gefunden wurde, werden aber recht bald wegen des drohenden Schlechtwetters gegen Mittag in die Hütte verlegt. So spielen wir im Bereich des Abgangs zu den Toiletten mehrmals die Sicherungskette durch, gelegentlich unterbrochen von den Toilettengängen der wenigen verbliebenen oder angekommenen Gäste.

Tags darauf steigen wir in noch leichtem Regen von der Turtmannhütte zur unseren Autos am Parkplatz ab, um wieder nach Zinal ins Nachbartal zu fahren, von wo aus wir noch das Bishorn mit 4.151 m besteigen wollen.

Auf dem Weg machen Werner, Marcel und Michael noch einen Wellness-Stop in der Therme von Leukerbad mit unterschiedlich herrlich warmen Badebecken, die aus einer natürlich warmen Quelle gespeist werden, um Muskeln und Rücken zu entspannen. Auch so kann man einen Regentag genießen !

Der Tag, an dem wir eigentlich zur Tracuit-Hütte auf  3.259 m aufsteigen wollen, bringt mit einer Kaltfront erst Dauerregen, dann Schnee bis auf 2.500 m hinunter. Das ist selbst im August in den Bergen nichts Ungewöhnliches, was auch unserer Erfahrungen in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt haben.

Nach einer Wetterberuhigung geht es dann einen Tag später ab 2.500 m Höhe im Schnee hinauf zur Tracuit-Hütte. Die von Vorgängern gelegten Spuren führen oft vom eigentlichen Weg ab, der nur schwer zu finden ist, da die Farbmarkierungen unter dem Schnee verborgen sind, und der z. T. mit Steinmännern markiert ist. Am frühen Nachmittag, nach etwa 5 Stunden, erreichen wir die Hütte, wo uns, wie bereits in der Turtmannhütte, coronabedingt ein Schlafraum nur für unsere Gruppe zugewiesen wird; wir können uns zu sechst sehr komfortabel auf 20 Schlafplätze mit Corona-Sicherheitsabstand verteilen, was aufgrund der geringen Hüttenbelegung kein Problem ist, - es gibt sogar noch gänzlich unbelegte Schlafräume in dieser Nacht.

Frühstück ist um 5.30 Uhr, wenn man aufs Bishorn will (2 Uhr für nicht anwesende Aspiranten fürs Weißhorn). In der Morgendämmerung führt die Route auf den nahe gelegenen Turtmanngletscher, den man bis zum Gipfel 900 m aufsteigt, was in gut von 3-4 Stunden zu schaffen ist. Heute jedoch nicht ! Der Haken an der Sache sind ein halber Meter Neuschnee, feinster Pulver, leider haben wir keine Skier dabei, schade. Es muss also gespurt werden, - und das ist anstrengend und dauert einiges länger. Glücklicherweise übernimmt eine Gruppe junger energiegeladener Bergsteiger aus Heidelberg den größten Teil des Spurens. Sie lassen es sich nicht nehmen, bis kurz vor dem Gipfelaufschwung zu spuren, überlassen dann aber doch 2 Schweizern das letzte Stück voranzugehen. Nach fünfeinhalb Stunden Aufstieg erreichen wir mittags den Gipfel des Bishorns mit grandiosem Blick auf das Weißhorn mit seinem langen Nordgrat. Der Berg ist übrigens Doros Traumberg, jetzt zum Greifen nah. Aber das wird vielleicht später eine andere Geschichte.

 

Hochtouren im Monte Rosa – Gebiet („Spaghetti Tour“) 2018

Mit  9 Mitgliedern der Hochtourengruppe ging es Mitte August 2018 auf die Südseite des Monte Rosa Massivs zunächst nach Gressoney/Staffal, von wo aus wir zur Gabiet-Hütte (2.375 m) aufsteigen wollten. Da die Anreise doch etwas länger als erwartet dauerte und einige den letzten Lift um 18 Uhr verpassten, holte uns der Hüttenwirt

freundlicherweise mittels Pickup ab und transportierte uns samt Gepäck zur Hütte, um dort das Abendessen zur rechten Zeit einnehmen zu können. Der erste Tag wurde dann zum Eingehen auf den Corno de Camoscio (3.026 m) genutzt. Dann wechselten wir zu der sehr komfortablen Orestes-Hütte (2.625 m), die von Walsern betrieben wird - es gab überraschenderweise auch nur rein vegetarische Kost -, von wo aus wir das Alta Luce/"Hohe Licht" (3185) bestiegen und einen ersten Eindruck unserer 4.000er Gipfelziele bekamen. Das Rifugio Città di Mantova (3.440m) war dann für die nächsten Tage unser Ausgangspunkt für die Vincentpyramide (4.215m), das Balmenhorn (4.167m)und das Schwarzhorn (4.321m), die recht nahe beieinander liegen. Doch zuvor ging es bei aufkommenden Wolken auf den Punta Giordani (4.046 m), die uns leider den Blick ins Tal und die umliegenden Gipfel verwehrten.


Bei herrlichem Sonnenschein erstiegen wir in den folgenden Tagen die Ludwigshöhe (4.341m), die Parrotspitze (4.432m) und die Signalkuppe (4.554m) mit der Cabana Margherita.

Die Zumsteinspitze (4.563m) erreichte Andi in einer Dreierseilschaft, die übrigen stiegen u.a. wegen Magen-Darm-Problemen - was möglicherweise an der allabendlich servierten Minestrone lag - zur Hütte ab.

Den ursprünglich geplanten Wechsel zum Rifugio Quintino Sella (3.585m) führten wir aufgrund der schwierigen Überschreitung nicht mehr durch, so auch nicht die Besteigung des Castor (4.228m) und evtl. Pollux (4.092 m). Statt dessen entschieden wir uns für den Abstieg auf die schon erwähnte Orestes-Hütte, um dort die Tour relaxt ausklingen zu lassen, bevor wir am folgenden Tal zurück ins Tal stiegen und die Rückfahrt antraten.


 


 

 

 

Klettertermine
im Ith oder Harz werden über den E-Mail- Verteiler bekannt gegeben.

Im Verteiler der Hochtourengruppe sind aktuell über 20 Personen, die gemeinsam meist im Ith oder Harz Klettern gehen und Touren in den Alpen unternehmen.  

 

Kontakt:

Volker Ruwisch (FÜL/Trainer B Hochtouren), Bergstr. 26, 37170 Dinkelhausen, Tel.: 0171 - 43 633 83, Email:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Andreas ............(Trainer B Bergsteigen in Ausbildung), ....., 37... Göttingen, Tel.: ........, Email: