Blick von der Jakobikirche

Schlageterstein auf der Nordseite des Wendebachtals

Der Schlageterstein ist klettersportlich in sofern von Bedeutung, als dass er als Naturfelsen auch einige leichtere Routen anbietet, die man in den Steinbrüchen des Göttinger Waldes selten findet. Darunter auch ein eher rarer Kamin. Seinen Namen erhielt er wahrscheinlich von deutschen Nationalisten, die mit dem NSDAP-Mitglied Leo Schlageter einen Märtyrer installieren wollten. Eine stark beschädigte, in den Sandstein gravierte Tafel erinnert an den sogenannten Helden des ersten Weltkriegs. Die Göttinger Burschenschaft "Kameradschaft Schlageter" firmiert inzwischen unter einem anderen Namen.

In sofern wäre eine neue Assoziation des Felsens z.B. mit Naturerlebnissen und dem Klettersport wünschenswert. In der bestehenden Kletterkonzeption wird der Felsen nicht aufgeführt. Was bedeutet das nun rechtlich? Ein Entwurf der "Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Reinhäuser Wald" vom Juni 2012 sieht vor, alle Felsen zu sperren, die nicht ausdrücklich ausgenommen sind. Das wäre ein herber Verlust!

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  • Kaum zu glauben, aber wahr: Der Göttinger Wald ist das drittgrößte Sandsteingebiet Deutschlands. Er hat damit eine überregionale klettersportliche Bedeutung.
  • Reiseziel: Der Göttinger Wald ist eines der nördlichsten Klettergebiete Deutschlands und wirkt als Entlastung der bekannten Klettergebiete wie dem Ith oder der fränkischen Schweiz.
  • Naturverträglich: Im Bereich des rechten Leinetalufers rund um Göttingen gibt es ca. 2000 Sandsteinfelsen, von denen lediglich etwa 50 für Kletterer interessant sind.
  • Mit Engagement: Die Kletterverbände wollten sich mit einem 5stelligen Eurobetrag an den naturschutzfachlichen Untersuchungen beteiligen. Dies will der Landkreis nun nicht mehr in Anspruch nehmen.
  • Kooperativ: Seit dem Zustandekommen der Kletterkonzeption von 2006 steht die Zusammenarbeit von Forstverwaltung und Kletterervertretern auf einem konstruktiven Fundament. Verschmutzungen und andere Störungen des Ökosystems Wald sind selten. Gleichzeitig können wir uns erst dann unsere Verantwortung für die Felsen wahrnehmen, wenn wir eine klare rechtliche Grundlage haben.
  • Integrativ: Der Respekt für Umwelt und Natur wird erst durch das eigene Erleben wach und stark. Dies wollen fördern wir und bringen es unseren Kindern nahe.

 



Was bisher geschah:

2006 wurde eine Vereinbarung zum Klettern in den Landschaftsschutzgebieten rund um Göttingen erzielt. Sie gründete sich auf naturschutzfachlichen Untersuchungen von Sandsteinfelsen, definierte Zonen, in denen nicht geklettert werden darf und führte zu wegebaulichen Maßnahmen, Freistellungen und Dokumentationen rund um das Thema 'Klettern im Göttinger Wald'. Leider gilt diese Regelung nur für Wälder in öffentlicher Hand und führt seit Bestehen zu Unklarheiten darüber, wo genau geklettert werden darf. Denn wer weiß schon, wem der Wald gehört, in dem man sich gerade befindet. Und selbst wenn man weiß, dass es sich nicht um einen Staatsforst handelt, bleibt immer noch die Frage offen, ob nun gerade dieser Eigentümer das Klettern toleriert oder nicht. Zu allem Ungemach ist auch noch die Frage, in wie weit ein Eigentümer überhaupt berechtigt ist, das Begehen der Felsen zu verbieten, juristisch umstritten. All dies sollte endgültig einmal geklärt werden und da kam die europäische FFH-Initiative gerade recht, die sowieso eine Überarbeitung der Landschaftsschutzgebiete von den Kreisen fordert, um seltene Arten besser zu schützen. Jetzt stellt sich aber heraus, dass der Landkreis Göttingen nicht im Sinne dieses Geistes arbeitet ...  Interessiert? Mehr darüber kann man in unserem Artikel vom März 2014 lesen.

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FFH - Richtlinie betrifft Kletterer, Umweltschützer, Touristen und Gastronomen:    

      

     Entwurf Landschaftsschutzgebiet 
     Reinhäuser Wald       

Derzeit steht ein Entwurf für die Neuregelung des Rechts des Naturschutzes und der Landschaftspflege bezüglich des Landschaftsschutzgebiet Leinebergland in den Startlöchern. Grundlage ist die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU. Dabei soll unter anderem auch die Ausübung des Klettersports im „Reinhäuser Wald“ zwischen Reinhausen, Bremke und Reiffenhausen geregelt werden. Viele der sportlich lohnenden Sandsteinfelsen fallen darunter. Was bedeutet das für uns örtliche Kletterer, was für uns Naturliebhaber und was für den Tourismus und die anderen betroffenen Interessengruppen? Das schlimmste, was uns passieren kann, ist ein untransparentes und einseitig mit Lobbyarbeit belastetes Verfahren.

Felix Butzlaff ist Mitglied des DAV sowie der IG Klettern Niedersachsen und arbeitet ehrenamtlich als Gebietsbetreuer für den Göttinger Wald:

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